Am 11. September 1847 schlossen sich vier Studenten der Universität Basel zu einer Vereinigung zusammen. Diese sollte die Studenten von den Verlockungen des damaligen Studentenlebens fernhalten. Zu dieser Zeit fand auch der Sonderbundskrieg statt, der bekanntlich die christlich Konservativen gewannen. Basel galt als eine ihrer Hochburgen. Damit erklärt sich aus das Ziel der Gründungsmitglieder: die Förderung der Freundschaft unter den Mitgliedern. Dem Verein fehlten dazumal äussere Formen und man traf sich jeweils samstags zu einem Plauderstündchen in der Bude eines Mitglileds, wobei wissenschaftliche Arbeiten, Diskussionen und Lektüre sowie Gesang und Kunst im Vordergrund standen. Einige Jahre später trat die Vereinigung dann in der Öffentlichkeit unter dem Namen „Schwizerhüsli“ auf, den die Verbindung bis heute behalten hat.
Auch die Devise der Verbindung, und zwar „Gott, Freundschaft, Vaterland“, stammt aus dieser Zeit und bildet noch heute den Grundpfeiler des Schwizerhüslis.

In der Zeit des 1. Weltkrieges mussten viele Schwizerhüsler an die Grenze, was den ordentlichen Betrieb der Verbindung erschwerte. Gleichzeitig konnten aber wertvolle Kontakte zu Studenten von anderen Schweizer Universitäten geknüpft werden. So war es auch ein Schwizerhüsler, der in Lausanne die Studentenverbindung Valdésia gründete. Hier liegt ebenfalls der Grundstein des Falkensteinerbundes, zu dem neben dem Schwizerhüsli (Basel) auch die Carolingia (Zürich), Valdésia (Lausanne) und Zähringia (Bern) gehören. Diese Verbindungen pflegen einen starken Freundschaftsbund und ein Mal pro Jahr wird ein gemeinsames Bundesfest durchgeführt.

Die Kontakte zum deutschen Wingolf wurden in der Zeit um den 2. Weltkrieg faktisch abgebrochen, da dieser von den Nazis verboten wurde. Auch der 2. Weltkrieg stellt für das Schwizerhüsli eine schwierige Zeit dar: die meisten Mitglieder tauschten ihre Farben mit dem Wehrkleid. Nach dem 2. Weltkrieg erlebte das Schwizerhüsli eine goldige Zeit. 1947 konnte man ein rauschendes 100. Stiftungsfest mit einer potenten Aktivitas feiern.

Am 28. November 1967 geht ein lang ersehnter Wunsch in Erfüllung: Das Schwizerhüsli bekommt ein eigenes Haus. Das wunderbare Crocodil an der Socinstrasse 8 in Basel ist auch heute noch der grosse Stolz des Schwizerhüsli.

Anfangs der 90er Jahre drohte die Aktivitas ganz auszusterben. Die noch verbliebenen Aktiven wechselten ihre Grundeinstellung: das pflegen der gegenseiteigen Freundschaft stand nun im Vordergrund. Es fand eine (immer wieder auftretende) Diskussion über die Grundsatzfrage statt: „Wie viel Tradition und wie viele Anlässe braucht es, um für neue Mitglieder attraktiv zu sein? Und was ist zu viel?“ Die Meinungen waren sehr gegensätzlich. Man war sich aber einig, nach gut schweizerischer Art, einen Mittelweg zu gehen und sehr wichtige und rückblickend überfällige Reformen durchzuführen. So nimmt das Schwizerhüsli, als einer von wenigen Platzverbindungen in Basel, seit über 20 Jahren auch Frauen auf.

Dieser Weg hat sich (für die heutige schnelllebige Zeit, in welcher die Verbindungsmitglieder auch andere Freizeitbeschäftigungen neben dem Schwizerhüsli haben) sehr bewehrt und wird konsequent weitergeführt sowie permanent optimiert. Dennoch ist es auch der aktuellen Aktivitas ein grosses Anliegen, dass man sich stets auf seine Wurzeln zurückberuft. Wir sehen in der Pflege von Traditionen, gerade heutzutage, eine spannende Herausforderung. Ein zeitgemässer Umgang mit unseren Traditionen liegt uns sehr am Herzen.